Führung und Vortrag

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Synagoge Innsbruck

Führung und Vortrag


Besichtigung der Synagoge Innsbruck
Einführung in das jüdische Glaubensleben (Judentum)



Donnerstag, 06.04.2017
Treffpunkt: Synagoge Innsbruck, Sillgasse 15
Beginn: 16:30 Uhr

Dauer ca. 2 Stunden
Teilnahme frei

 
Menora Die „alte“ Synagoge Innsbruck
Im Jahre 1910 mietete die Israelitische Gemeinde in Innsbruck in der Sillgasse 15 mehrere Räume als Betsaal. Die Räumlichkeiten waren aber von Anfang an für die Gemeinde zu knapp bemessen.

Im Jahre 1912 erwarb die Gemeinde ein Grundstück in der Gutenbergstraße im Stadtteil Saggen für den Bau einer größeren Synagoge. Das angesparte Geld für den Bau ging aber verloren, weil die Gemeinde zu Anfang des Ersten Weltkrieges das Guthaben in eine Kriegsanleihe investierte. Im Jahre 1930 waren die Finanzen der Gemeinde saniert und es wurde Architekt Franz Baumann mit der Planung der Synagoge im Saggen beauftragt. Die Neubaupläne wurden aber nie ausgeführt, das Baugrundstück wurde 1936 wieder verkauft.

Während der Novemberpogrome 1938 in der Pogromnacht vom 9. auf 10. November wurde der Großteil des Vorstandes der Kultusgemeinde ermordet. Die Innenräume des Gebäudes in der Sillgasse 15 wurden verwüstet und das Inventar nach Wien verschleppt. Ein Bombenangriff der Alliierten im Zweiten Weltkrieg traf 1943 das Haus in der Sillgasse. 1962 wurde es dann endgültig abgerissen und auf dem Gelände entstanden Parkplätze. Ein Gedenkstein erinnerte an die Synagoge.
 
Eingangstüre zur Synagoge Die „neue“ Synagoge Innsbruck
Im Jahre 1983 plante die Stadt Innsbruck die Errichtung eines Wohnhauses. In Gesprächen zwischen der Stadt, dem Land Tirol, Bischof Reinhold Stecher und der Israelitischen Kultusgemeinde wurde die Idee geboren, wieder eine Synagoge an der Stelle zu errichten. Im Jahre 1993 wurde nach der Grundsteinlegung 1991 die neue Synagoge mit einem großen Fest eingeweiht.
 
Das jüdische Glaubensleben (Judentum)
Die jüdische Religion basiert auf den religiösen Überlieferungen des jüdischen Volkes. Obwohl das Judentum mit ca. 13,5 Millionen Anhängern keine große Religionsgemeinschaft darstellt (im Vergleich: Christentum ca. 2,1 Milliarden, Islam ca. 1,3 Milliarden), ist es über die ganze Welt verbreitet.

Nach der jüdischen Religion hat Mose am Sinai die gesamte Tora von Gott erhalten. Diese besteht aus der schriftlichen und der mündlichen Lehre. In der schriftlichen Tora (auch „Fünf Bücher Mose“ genannt) ist der Bund beschrieben, den Gott mit den Menschen und insbesondere mit dem jüdischen Volk geschlossen hat. Dieser Bund beinhaltet nach der jüdischen Lehre 613 Mitzwot (die Zehn Gebote sind ein Teil davon), die sich in 248 Gebote und 365 Verbote aufteilen. Diese Mitzwot bestimmen das gesamte Leben eines frommen Juden.

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